Stenogramm Landesstreikprozess

Aus dem Vorwort von Robert Grimm: „Nicht der Angeklagten und nicht des Urteils wegen, wohl aber mit Rücksicht auf die objektiven Ursachen des Landesstreiks bildet das Stenogramm ein zeitgeschichtliches Dokument. Für jeden Historiker der Arbeiterbewegung wird es ein unentbehrliches Quellenwerk sein, für die kämpfenden Arbeiter der Gegenwart aber ist es mehr: die eindringliche Mahnung zu planmässiger Entwicklung des proletarischen Emanzipationskampfes bis zum herrlichen Triumph ihres sozialistischen Bekenntnisses, wofür sie in den Novembertagen 1918 in bisher nie gesehener Grösse und Geschlossenheit manifestiert haben.“ (S. XIV-XV)

Der Landesstreik-Prozess gegen die Mitglieder des Oltener Aktionskomitees vor dem Militärgericht 3 vom 12. März bis 9. April 1919, Bern 1919, im Aufrag des Oltener Aktionskomitees herausgegeben von der Unionsdruckerei Bern.

Erläuterung:

Im Frühling 1919 standen 21 Gewerkschafter und Sozialdemokraten vor Militärgericht. Verurteilt wurden schliesslich nur vier von ihnen. Sie waren der „Meuterei“ angeklagt. Dies, weil sie in den Streikaufrufen vom 9. und 11. November 1918 die Soldaten aufgefordert hatten, nicht auf Streikende zu schiessen. Zudem versuchte die Anklage, auch den Streik der Eisenbahner als „Meuterei“ zu kriminialisieren, da der Bundesrat die Bundesangestellten während des Streiks der Armee unterstellt hatte.

Die Angeklagten nutzen den Prozess erfolgreich als eine Möglichkeit, ihren Standpunkt ausführlich zu begründen. Das Oltener Aktionskomitee entschloss sich deshalb im Anschluss das Stenogramm des Prozesses – mit einem Vorwort von Robert Grimm versehen und mit Bildern der Malerin Hanni Bay illustriert – herauszugeben.